Joshua schneidet am VW Bus T6 das Dach aus.
Joshua schneidet am VW Bus T6 das Dach aus.

Unsere graue Maus, der Ex-Kastenwagen, wurde von uns ja schon mit Fenstern ausgestattet. Auch die Schlaf-Klappbank, TÜV-geprüft, hat den VW Bus T6 einen Schritt weiter in Richtung Campervan gebracht. Das Highlight hat unser Bulli aber noch vor sich: Das Dach soll entfernt werden. Um Platz für ein Campingdach zu haben.

Ein Skyline-Aufstelldach soll eingebaut werden. Superflach, trägt kaum auf, ist preisgünstig und gut. Und ist ebenfalls TÜV-geprüft, einer Eintragung in die Fahrzeugpapiere steht damit nichts mehr im Wege. We like it legal 😉

Wir besuchen also unsere Freunde von Skylineroofs, ordern noch ein paar zusätzliche Gimmicks, und für den nächsten Tag um 8 Uhr soll es losgehen.

Bleibt also noch etwas Zeit, den Bus an der britischen Südwestküste spazieren zu fahren. Die letzte Runde mit echtem Blechdach, bevor der Brite mit der Blechschere zuschlägt.

Letzte Runde mit echtem Blechdach am Strand bei Weston-Super_Mare
Letzte Runde mit echtem Blechdach am Strand bei Weston-Super-Mare

Abends wird es schwierig, wenn der verwöhnte Mitteleuropäer Hunger verspürt. Dreieckige, matschige Sandwiches gab es schon auf der Hinfahrt, Fish & Chips vertraue ich nicht, dafür sehen die Möwen zu krank aus. Der Pier in Weston-Super-Mare hat geschlossen, also begebe ich mich in ein französisches Grillrestaurant. Richtig gelesen, Bistrot Pierre heißt der Laden, liegt direkt auf der Strandpromenade und wirkt wie eine Mischung aus Sylter Fischbude, US-Steakhouse und einem bretonischen Rasthof. Aber, und deshalb wird das Bistrot hier überhaupt erwähnt, das Essen ist ausgezeichnet. Ich würde sogar sagen, das Beste, was ich jemals auf der Insel gegessen habe. Das liegt aber an mangelnder Konkurrenz. Kochen können die Briten eben nicht…

„Das Dach muss weg“

Der Morgen beginnt mit einem Grauen. Britisches Wetter begrüßt mich, es nieselt, Dunstschwaden lassen das Meer kaum erahnen. Genau die richtige Stimmung, um die graue Maus zum köpfen zu bringen. Ist ja auch typisch britisch 😉 Auf das Frühstück im Hotel habe ich verzichtet, dazu ist mein Magen nicht abgehärtet. Die Werkstatt von Skyline ist nicht weit weg, nach 15km auf der falschen Seite und nur einer kompletten Runde im Kreisverkehr bin ich da. Jetzt wird es ernst, es gibt kein zurück mehr.

Die Jungs bei Skyline sind sehr freundlich, es gibt sogar Kaffee für mich, das lässt hoffen. Und tatsächlich geht es fast sofort los. Ich habe gerade noch Zeit, die GoPro-Kamera anzubringen, um Videos von der Umbauaktion zu machen, da sind Ross und Joshua auch schon dabei, die graue Maus innen zu strippen.

Die GoPro guckt zu und macht ein Video
Die GoPro guckt zu und macht ein Video…

 

Innen wird alles abgeklebt, dann wird der Himmel abgebaut
Innen wird alles abgeklebt, dann wird der Himmel abgebaut und alles für die Demontage des Bus-Daches vorbereitet.

„Saubere Vorbereitung, strukturiertes Arbeiten“

Ich bin echt überrascht, wie strukturiert die Jungs von Skyline arbeiten. Der eine verklebt noch eine Schutzfolie im leergeräumten VW Bus, da fängt der andere schon an, den Himmel zu demontieren. Kurze Zeit später ist der Innenraum leer bzw. durch Folie geschützt, im Fahrerhaus ist der Innenspiegel abgebaut und die Sonnenblenden entfernt. Der Himmel ist dann schnell draußen, Markierungen mit Klebeband werden angebracht.

Joshua zeichnet den genauen Dachausschnitt auf erst danach wird auch hier eine Schutzfolie angebracht.
Joshua zeichnet den genauen Dachausschnitt auf erst danach wird auch hier eine Schutzfolie angebracht.
Ausgemessen, eingezeichnet, abgeklebt. Die Schnedearbeiten können beginnen
Ausgemessen, eingezeichnet, abgeklebt. Die Schneidearbeiten können beginnen

So ganz wohl ist mir nicht dabei, zuzusehen, wie der grauen Maus mit Flex und Säge zu Leibe gerückt werden soll. Der T6 und ich bekommen aber noch eine kurze Gnadenfrist, die morgendliche Tea-Time beginnt. Für mich gibt es Kaffee (Thank you, Boys!) und für alle Würstchen im Blätterteigmantel und Zitronenrollen. Interessante Mischung, die Saucages erinnern mich an meine Studentenzeit, der Zitronenkuchen an dauerhaltbare Verpflegung der Bundeswehr. Schmeckt nach irgendwas, ist bißfest und wird erst nach 30 Jahren richtig schlecht. So schlimm kann es auch nicht sein, die Skylineroof-Männer essen mit Begeisterung. Nach 15min geht es weiter mit unserem Campervan-Projekt, jetzt gibt es kein zurück mehr. Joshua lässt die Funken fliegen.

Joshua schneidet am VW Bus T6 das Dach aus.
Joshua schneidet am VW Bus T6 das Dach aus. Sieht nur am Anfang schlimm aus, dann gewöhnt man sich dran.
Aus die Maus, unser Bulli ist oben ohne
Aus die Maus, unser Bulli ist oben ohne. Mit drei Leuten wird die Blechhaut abgehoben und landet auf dem Schrott.
Sieht furchtbar aus, soll aber mal schön werden. Ohne Dach bleibt nicht viel VW Bus übrig
Sieht furchtbar aus, soll aber mal schön werden. Ohne Dach bleibt nicht viel VW Bus übrig
Ohne Pause weiter, Ross schraubt eine Seite des Montagesatzes ein.
Ohne Pause weiter, Ross schraubt eine Seite des Montagesatzes ein.

„Dach raus, Montagesatz rein. Alles geht hier Ruck-zuck“

Kaum ist das Blechdach im Schrottcontainer verschwunden, kommt der Montagesatz zum Einsatz. Die solide Verstärkung aus Metall und Holz wird über dem Fahrerhaus eingebaut, Schraubzwingen halten das schwere Gestell in Position. Ross und Joshua befestigen die Seitenverblendungen, die sich über die gesamte Länge des Dachausschnitts ziehen. Einer hält die Verblendung in der richtigen Position, der andere lässt den Akkuschrauber arbeiten. Sieht nach einem eingespielten Team aus, und das Ergebnis überzeugt.

Verstärkungsrahmen vorne ist angebracht, die Position mit Schraubzwinge fixiert.
Verstärkungsrahmen vorne ist angebracht, die Position mit Schraubzwinge fixiert.

Sieht doch ganz einfach aus, oder? Aber der ganze Spaß muss ja auch halten und ein Aufstelldach tragen. Wie es damit weitergeht, erfahrt ihr im Teil 7 unserer fast unendlichen Geschichte.

PS: Fragen zu dem Dach einfach hier stellen. Wir kennen uns jetzt gut aus damit 😉

 

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1 KOMMENTAR

  1. Vielen Dank für ein sehr interessantes Thema. Schließlich fand ich die Antworten auf alle meine Fragen. Ich werde diese Informationen gerne mit meinen Freunden teilen. Alles Gute!

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